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Sonntag, 17. April 2016

Willkommen zum STAFFELFINALE von "Blutarm"

 ... nicht! :-)

Es ist einfach nur Folge 10, denn dieser Arm braucht ein wenig mehr Zeit um auszubluten. 
 
Ich hoffe, das findet Ihr nicht all zu schlimm? ;)



Es werden noch zwei oder drei Folgen kommen bis das Kapitel abgeschlossen ist und NACHWELT 2018 in die gewohnte Überarbeitungspause geht! :-)

Samstag, 16. April 2016

EUNICE- Das Beben von Goodsprings

FALLOUT zum Lesen? "EUNICE- Das Beben von Goodsprings"

Wer Bock drauf hat kann sich gerne diese kleine Fan-Fiction zu New Vegas herunterladen! :-)

https://goo.gl/ak74db

Viel Spaß damit! :-)


Oh...hier mal ein wenig Getease:

Es hatte alles so harmlos angefangen. Redmond, Mike und ich hatten an diesem Tag eine verlassene Farm in der Nähe von Goodsprings von Rad-Kakerlaken gereinigt und uns dort eingerichtet.

 Wir hatten vorgehabt hier einige Tage zu verbringen, nachdem wir in der Mojave mit einigen Raidern aneinander geraten waren. Während Redmond die Kakerlaken aufspießte, damit sie über dem Feuer kross werden konnten, hatten sich die Umrisse des Händlers und seines Brahmin in der vor Hitze flimmernden Luft abgezeichnet.
 Man konnte weit sehen in Mojave und es dauerte eineinhalb Stunden bis er schließlich in Rufweite war. Mike, der alte Spinner, hatte ihn, die ganze Zeit über, durch sein Fernglas beobachtet, nur um Redmond und mir zu verdeutlichen, das ER der alleinige Herrscher über eben dieses Fernglas war.
Die ganze Zeit.

 Naja, immerhin war er es auch gewesen, der sich dafür eine Schrotladung eingefangen hatte. Seine Plattenweste hatte das meiste zwar abgefangen, aber er hatte dennoch eine angeknackste Rippe davon getragen.

 Auf jeden Fall war es Mike, der den alten Kerl heranwinkte. Er war sonnenverbrannt, faltig und abgerissen, aber er hatte allerhand Nützliches dabei und wir hatten – für unsere Verhältnisse – ziemlich viele Kronkorken, die wir den Raidern abgenommen hatten. Ich meine, im Grunde waren wir nicht viel besser als dieses Pack, aber in unseren Köpfen bestand dennoch ein Unterschied zwischen uns und ihnen.

 Dann, nachdem wir den Handel abgeschlossen hatten, ich hatte einige Patronen für meinen angerosteten 44er und zwei Stimpacks erstanden, saßen wir im Kreis ums Feuer, knabberten an den Kakerlaken herum und teilten uns eine Nuka.
 Wir erzählten uns dies und das. Der Händler hieß Danny Dollars, sagte er und berichtete ein wenig von seinen Reisen. Cesars Legion wäre auf dem Vormarsch, meinte er, und dass uns allen schlechte Zeiten bevor-stünden.

 Das machte uns wenig Angst. Wir alle waren der absoluten Überzeugung, bereits jetzt in schweren Zeiten zu leben, was uns die Illusion gab, dass wir richtig harte Burschen waren und es auf gar keinen Fall schlimmer kommen konnte.

Heute muss ich darüber lächeln, über diese arglose Naivität.

 An diesem Abend waren meine Gedanken abgeschweift, während ich ins Feuer gestarrt und an einem Kakerlakenbein geknabbert hatte. Irgendwann stieß Redmond mich an.
„Friss nicht zu viel von dem Zeug, sonst bist du morgen wieder völlig unbrauchbar. Hör´ lieber dem Alten zu.“

 Ja, der Alte. Er hatte einen stetigen, einlullenden Strom von Worten abgesondert mit seiner heiseren Stimme. Jetzt klinkte ich mich wieder in diesen Strom ein und hörte ihm zu.

„ ...und diese Kerle, die sagten sie seien von der stählernen Bruderschaft. War´n ganz in großes Stahlzeug gehüllt und ihre Stimmen waren ganz komisch wegen der Helme. Und ein Dreibein hatten sie dabei, einen Sentry, so hamse ihn genannt. Und so nen andren Kerl mit Gläsern auf der Nase. N‘Wissenschaftler muss der wohl gewesen sein, nechnech.
Das war von hier aus gesehen hinter Goodsprings, in den Bergen. Würd´ ich an eurer Stelle übrigens lieber umgehen. Da is´n komischer Typ aufgetaucht, der der Sheriffsfrau zur Hand geht. Nicht ungefährlich, der Kerl. Hätte am liebsten alle meine Patronen gekauft, hatte aber nicht genug Korken....hihihi....ich bin sicher, er hat kurz überlegt, ob er mich umnieten soll, um da ranzukommen.“

 „Mann, Alter, komm lieber zurück zu den Stahlheinis. Was in Goodsprings los ist, interessiert doch noch nicht mal die Mirelurks.“

 „Nur die Ruhe. Warum ist die Jugend immer bloß so ungeduldig? Naja, die Stahlheinis ham mir auf jeden Fall nen H...“
Er zögerte und schaute Mike argwöhnisch an.
„...ein paar Kronkorken geboten, um auf ihr Zeug aufzupassen, während sie in diese Höhle gehen wollten. Wir haben eine ganze Weile ver-handelt, der Wissensbubi ist ganz aufgeregt gewesen. Konnts kaum abwarten. Hat ganz schön gedrängelt. Wir sind uns also recht schnell einig geworden. Sind noch nen paar Stunden gelaufen, ich und der Bubi in der Mitte, der Sentry vorne und die Stahlkerle um uns rum. Einmal ist nen Rad-Scorpion aufgetaucht, aber der Sentry hat ihn vor uns allen entdeckt. Das war der Wahnsinn, wie der das Vieh gegrillt hat, sag ich euch!“

Er nahm grinsend einen Schluck aus der Flasche, die wir kreisen ließen.

 „Als wir dann bei der Höhle angekommen sind, ist das Sentry-Ding auf Wache und wir haben unser Lager aufgeschlagen. Der Bubi hat gedrängelt, wollte unbedingt gleich reingeh´n in die Höhle. Aber der Chef von den Stahlburschen wollte, dass wir bis zum Morgen warten.
Hat dem Bubi nicht gepasst, gar nicht. Die ham dann geflüstert miteinander, und irgendwann ist der Bubi laut geworden. Hatte wohl mehr zu sagen als der andere. Die haben dann noch zwei Türme aufgestellt, ihr wisst schon, die mit den Bleispritzen drauf und dann sind sie rein.“

 Redmond, der gerade an der Reihe war, setzte die Flasche an, schluckte und schüttelte sich anschließend. Dann wandte er sich an den Alten.

„Und was ist dann passiert? Sag schon!“

Dollars kicherte heiser. „Was dann passiert ist? Nichts. Nichts ist pas-siert. Rein gar nichts. Ich warte einen Tag. Ich wartete zwei Tage. Am dritten Tag haben die Türme ein paar Cazadore aus der Luft geschossen, aber ich hab mich nicht hingetraut, um mir das Fleisch zu schnappen. Ich mag die Dinger nicht, also die Türme. Man kann nie wissen, was die denken. Am vierten Tag hat sich auch nichts getan. Am fünften ist mir langsam das Essen ausgegangen. Ich hab mich dann aufgemacht, habe meine braves Brahmin beladen, meine Gerda, und bin hinter den Türmen vorbei geschlichen. Die Kerle hatten mich nur für drei Tage bezahlt, da brauch ich mich nicht schämen. Ich bin immer an der Fels-wand lang, bis ich weit genug weg war von den Dingern und bin meines Weges gezogen.“

 Sein Tonfall machte deutlich, dass er die Geschichte für beendet hielt. Mike passte das ganz und gar nicht.
„Und dann? Komm, sag schon!“
Redmond fuhr ihn maßregelnd an.
„Mike, du Strahlhirn, Du hast nicht verstanden was er uns sagen will, oder? Mann, die sind tot! Die sind tot, und ihr ganzer Kram liegt noch da rum! Power-Rüstungen! Ein Sentry-Bot! Zwei autonome Geschütztürme! Damit könnten wir uns etwas aufbauen! Er...“

Redmond nickte in meine Richtung.

„...kann die Dinger hacken! Das alles kann uns gehören! Was wir damit anstellen könnten! Denkt doch mal nach! Wir könnten uns einen guten Ort suchen und ihn sichern. Endlich leben, ohne Angst vor Raidern, Ghulen oder Rad-Zeuch haben zu müssen!“

 Die Leidenschaft, die er in seine Worte legte, überraschte mich nicht, er war des Umherziehens schon eine Weile müde, das wusste ich. Und jetzt, als er das alles laut aussprach, merkte ich, dass es mir genau so ging. Eine eigene Siedlung. Wäre das nicht großartig?
Aber da war ein Haken, ein klitzekleiner.
Mike sprach aus, was ich dachte.

 „Und warum, Redmond, glaubst du, verdammtes Atom nochmal, dass das, was drei Typen von der Stählernen Bruderschaft umgebracht hat, nicht auch uns umbringen könnte?“

 Die Worte hallten lange nach in unserer kleinen Runde und am Ende war ich es, der wieder das Wort ergriff.

 „Das ist schon ein Punkt, Mike, aber auf der anderen Seite: wie lange willst Du denn noch planlos durch die Mojave ziehen? Soll das denn wirklich alles sein, was es für uns gibt? Uns mit Raidern anlegen, Kakerlaken fressen und von Tag zu Tag leben? Diese Ausrüstung ist mit Kronkorken oder Patronen nicht aufzuwiegen. Wir könnten ein Gebiet sichern, Essen anbauen. Leute würden zu uns kommen und bei uns wohnen wollen. Frauen. Kinder. Wir könnten ihnen Schutz bieten. Endlich mal ein halbwegs anständiges Leben!“

 Ich hatte Feuer gefangen.

 Wir haben an diesem Abend noch eine ganze Weile diskutiert, aber schließlich konnten wir Mike überzeugen. Der Alte lächelte verschmitzt, als wir ihn baten, den Weg zur Höhle ein weiteres Mal zu beschreiben.

 Ich war mir sicher, dass er eine Sekunde lang überlegte, ob er uns für die Informationen weitere Kronkorken abluchsen sollte, aber dann schien er sich daran zu erinnern, dass wir ihm unser Geld schon beinahe restlos ausgehändigt hatten und ließ es gut sein.

 Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg.

 Die Temperatur, die über Nacht empfindlich gesunken war, stieg zu-sammen mit der erbarmungslosen Sonne bald in schwindelerregende Höhen. Der alte Händler hatte noch ein paar Tage in dem Haus bleiben und sich ausruhen wollen. Dann würde er nach New Vegas aufbrechen, nach New Vegas, wo es Klimaanlagen und fließendes Wasser gab. So ein Weichei, dachte ich, aber ich verzieh es ihm sogleich aufgrund seines Alters. Sein Brahmin sah nicht viel besser aus als er und ich nahm mir vor den beiden die Daumen zu drücken.

 Wir umgingen Goodsprings, so wie der Alte es uns geraten hatte. Hätten wir sowieso getan, denn es gab Gerüchte über Pulverbanditen, die sich dort herumtreiben sollten. Nicht dass wir Angst vor den Kerlen gehabt hätten, wir doch nicht, aber wir wollte auch keinen Ärger riskieren, nicht so kurz vor einem Jacken-Pot.
Am späten Nachmittag kamen wir an den Bergen westlich von Goods-prings an und arbeiteten uns in Richtung Norden voran.
 Aufgrund unserer Handelstätigkeiten waren wir etwas schwerer beladen als sonst. Deswegen kamen wir nur recht langsam vom Fleck.
In der ganzen Zeit, in der wir einen Fuß vor den anderen setzten und hin und wieder eine Pause einlegten, redeten wir kaum. Jeder von uns schien seinen ganz eigenen Gedanken von Ruhe und Wohlstand nachzuhängen.

 Es war Redmond, der den Todeskrallenschädel entdeckte, den Dollars uns als Wegmarkierung genannt hatte. Das untere Drittel des ausge-bleichten und vom Wüstensand und den Jahren glatt geschmirgelten Gebeins schien fest mit den Felsen verwachsen zu sein, aber es schüttelte mich trotzdem, als wir daran vorbeigingen. Das Vieh musste zu seinen Lebzeiten gigantisch gewesen sein. Wer es wohl getötet hatte?

 Mike blieb stehen und suchte mit seinem Fernglas den Hang über uns ab. „Ich sehe die Geschütztürme und das Zelt, dass sie aufgebaut haben. Wir müssen jetzt ganz nah an den Felsen bleiben und uns von der Seite nähern, sonst zersieben die Dinger uns.“
Ich folgte seinem ausgestreckten Zeigefinger. Ja, da oben war ein metallischer Lichtreflex zu sehen.
Das mussten sie sein. Ich hoffte nur, dass es mir wirklich gelingen würde, die Türme zu hacken.

 Als wir auf zwanzig Meter herangekommen waren, konnten wir bereits leise das bedrohliche Summen und Fiepen ihrer Servo-Elektrik hören.
Sie waren aktiv, scannten die Gegend und suchten nach Zielen.
Ich riss meinen Blick von dieser Gefahr los und lenkte ihn auf den, sich direkt unterhalb der Waffentürme befindenden, Pfad.
Inzwischen lagen dort noch mehr tote Rad-Viecher herum, als nur die, von denen der Alte erzählt hatte und auch wenn es hauptsächlich Blähfliegen waren, verstanden wir diese Tatsache als Warnung.

Das würde kein Spaziergang werden.

 Wir schlichen im Gänsemarsch und dicht an den Felsen gepresst weiter. Mit einem Mal kam mir die Idee, den Worten von Mister Dollars zu vertrauen, nicht mehr besonders klug vor. Selbst, falls sie hundert-prozentig der Wahrheit entsprachen, konnten wir nicht sicher sein, uns wirklich außerhalb des Bereiches zu befinden, den die beiden Türme sicherten.

Das Summen ihrer Elektrik wurde immer lauter.

Da! Der Lauf der Minigun, die uns am nächsten war, begann sich in unsere Richtung zu drehen!

 Als uns nur noch zehn Meter vom provisorischen Camp der Stahl-brüder trennten, löste sich ein Stein unter Redmonds Stiefel und polterte den Abhang hinunter.
Redmond nuschelte einen Fluch in sich hinein und die Türme reagierten sofort.
Wieder surrten die Servos, die Läufe der Miniguns begannen zu rotieren und spuckten unter höllischem Getöse einen Bleihagel in Richtung des kullernden Steins.

 Das war unsere Chance. Wir rannten die letzten zehn Meter und dann waren wir endlich raus aus der Gefahrenzone, endlich hinter den Läufen der autarken Waffensysteme.
Mike trat an eine von ihnen heran.
„Die Munitionsgurte sind noch beinahe voll!“
Ich zeigte ihm den Daumen nach oben, während ich nach dem Kontrollterminal suchte. Neben mir mühte Redmond sich mit einer Haarnadel, von denen er immer einige mit sich herumtrug, und einem Schraubenzieher am Schloss einer großen Ausrüstungstruhe ab, auf die in militärisch wirkenden Lettern „Bruderschaft des Stahls“ geschrieben stand.

 Endlich fand ich das Terminal. Es stand unter einer Zeltplane, die sie mit ein paar Teleskopstangen aufgespannt hatte, auf einem Klapptisch. Ich ging hinüber und schaltete es ein. Die Sicherheitsabfrage war nicht einfach zu knacken, aber dennoch schaffte ich es beim zweiten Versuch und dann flackerte das Befehlsmenü in grünen Buchstaben vor meinen Augen.


TURMSTEUERUNG
SENTRY-BOT STATUS
EXPEDITION XM9T/73 AUFTRAGSPARAMETER
PERSOENLICHES LOGBUCH QUENTIN DAWSON


„Soll ich die Türme abschalten, oder wollen wir damit warten, bis sie wir wieder aus der Höhle raus sind?“
Mike und Redmond, der den Deckel der Truhe nach oben klappte, sahen sich an.
„Schalte sie ab. Wär´ doch schade wenn sie leer geschossen wären, wenn wir zurück kommen“
Ich tat es und bewegte danach den Cursor auf SENTRY-BOT STATUS, um zu sehen ob der mobile Roboter noch funktionstüchtig war.

„Das Dreibein ist offline. War zuletzt auf den Scout-Modus geschaltet. Sie haben den Sentry als Vorhut benutzt.“
„Ist er zerstört? Kam es von Redmond.
„Weiß ich nicht, kann auch sein, dass einfach nur die Verbindung abgebrochen ist. In diesem Fall wäre er immer noch im Scout-Modus und könnte nur direkt gehackt werden.“
„Das hieße aber, dass du nahe ran müsstest, richtig?“
„Richtig“
Wir alle wussten was das bedeutete. Es war fast unmöglich, so nahe an einen Sentry-Bot heran zu kommen, dass man Zugriff auf die Direktsteuerung hatte. Und sehr gefährlich.
„Ist da noch was?“
„Ja, warte mal.“

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Die komplette Version gibt es hier: https://goo.gl/ak74db als kleines .Pdf zum Download.

Ich hoffe ihr habt Spaß daran ! :-)